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Psychologische Arbeit mit Kindern und Jugendlichen
1. Diagnostische Aufgaben
- Anamnese und Exploration
- Feststellung des Lern- und Leistungsniveaus
- Problemanalyse
- Klärung des Erziehungsauftrages bezüglich des Aufenthaltes in unserer Einrichtung und Differenzierung nach Klient/Erziehungsberechtigte(n)/Jugendamt
2. Therapeutische Aufgaben
- Gestaltung einer positiv erlebten Bindung
- Suchen und Entwickeln einer Änderungsmotivation bei inadäquater Persönlichkeitsentwicklung
- Modifikation problematischer Verhaltens- und Denkweisen
- Erweiterung von Bewältigungsstrategien und Problemlösungsfertigkeiten
- Krisenintervention
3. Präventive Aufgaben
- Förderung von Selbstregulations- und Selbstkontrollfähigkeiten
- Stärkung des Selbstwertgefühls und der Erlebnisfähigkeit
- Förderung der Kontakt- und Beziehungsfähigkeit
- Förderung von Kritik- und Konfliktfähigkeit
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Kindzentrierte Intervention von Dorothea Bansemer
Im folgenden Modell sind Phasen der therapeutischen Arbeit dargestellt, die nicht von jedem Kind/Jugendlichen in dieser Weise durchlaufen werden. Welche Gewichtung die einzelnen Phasen im therapeutischen Prozeß erhalten, hängt vom Alter, Zielstellungen, Problem- und Motivationslage des jeweiligen Kindes/Jugendlichen ab, sowie von den äußeren Bedingungen.
- Phase: Aufbau einer Positiven Beziehung zum Kind/Jugendlichen
- Phase: Bestimmung möglicher Ansatzpunkte der Intervention
- Phase: Aufbau von Änderungsmotivation
- Phase: Modifikation problematischer Verhaltens- und Denkweisen
- Phase: Förderung der Selbststeuerung und Ausblendung der Außensteurung
1. Phase: Aufbau einer Positiven Beziehung zum Kind/Jugendlichen
- Gestaltung einer vertrauensvollen und sanktionsfreien Atmosphäre
- Realisierung therapeutischer Grundvariablen: positive Wertschätzung und Akzeptanz des Kindes bzw. Jugendlichen, persönliche Zuwendung, Empathie
- Einzelbeschäftigung mit dem Kind/Jugendlichen, z. B. gestalterische Tätigkeiten, nondirektives Spiel, Geschichten vorlesen
- wichtig in dieser Phase: Interessen und Wünsche des Kindes/Jugendlichen stehen im Mittelpunkt
2. Phase: Bestimmung möglicher Ansatzpunkte der Intervention
- Anamnese und Exploration
- Verhaltensbeobachtung in verschiedenen Situationen
- Einsatz psychodiagnostischer Verfahren (Testverfahren, Fragebögen)
3. Phase: Aufbau von Änderungsmotivation
- Klärung der Zielvorstellungen: „Welche Änderungen wünschen Kinder und Jugendliche und welche Übereinstimmungen gibt es hinsichtlich ihrer Ziele und der Ziele der Erwachsenen?“
- Aufbau realistischer und positiv formulierter Zielvorstellungen
- Wahrnehmung und Verstärkung kleiner Erfolge, „in kleinen Schritten denken“
4. Phase: Modifikation problematischer Verhaltens- und Denkweisen
In Selbstbeobachtungs- und Verstärkerprogrammen können die Kinder und Jugendlichen lernen,
- eigene Verhaltensweisen zu beobachten und einzuschätzen,
- sich realistische Ziele für Verhaltensänderungen zu setzen und
- Zusammenhänge zwischen Verhaltensänderungen und positiven Konsequenzen zu erkennen
Durch den systematischen Einsatz von Verstärkerprogrammen lernen die Erzieher,
- auf kleine Verhaltensänderungen und Fortschritte im Kind-/Jugendlichenverhalten zu achten,
- positives, angemessenes Verhalten systematisch zu belohnen und negatives Verhalten zu ignorieren bzw. nicht zu belohnen
In Rollenspielen können die Kinder und Jugendlichen
- neue Verhaltensweisen, z. B. ein selbstbehauptendes, nicht-aggressives Verhalten in kritischen Situationen, zu üben oder
- durch die Übernahme anderer Rollen lernen, sich in andere Personen hineinzuversetzen
Beim Ärgerkontrolltraining lernen die Kinder und Jugendlichen,
- mit Hilfe von Selbstinstruktion ihren Ärger und ihre Wut zu kontrollieren,
- die Auslöser und Gründe für ihren Ärger zu erkennen und
- alternative Lösungswege zu finden und deren Konsequenzen zu bewerten
Bei der Modifikation irrationaler Gedanken sollen die die Jugendlichen lernen, irrationale Denkweisen, wie z. B. willkürliche Schlußfolgerungen, Über- oder Untertreibungen, Personalisierungen, Schwarz-Weiß-Denken, zu erkennen und zu hinterfragen. Alternative Sichtweisen werden gesucht und auf ihre Realitätsnähe geprüft.
5. Phase: Förderung der Selbststeuerung und Ausblendung der Außensteuerung
Beim Problemlösetraining sollen die Kinder und Jugendlichen lernen,
- Probleme zu erkennen und eine positive Einstellung zu ihrer Bewältigung zu entwickeln,
- Probleme konkret zu formulieren,
- verschiedene Lösungsmöglichkeiten zu suchen und gegeneinander abzuwägen,
- Lösungen in der Realität zu erproben und deren Erfolg einzuschätzen,
- sich für selbst für den Erfolg zu bestätigen bzw. bei Mißerfolg eine neue Lösungsmöglichkeit auszuwählen.
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